Auswandern nach Kuba

Aktualisiert: 23. Jul 2020

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Auswandern nach Kuba

Aktualisiert: 23. Jul 2020

Es kann schnell gehen: Im Urlaub verliebt man sich in die lebensfrohe Insel oder aber - in den allermeisten Fällen - in einen der charmanten Bewohner. Dann kommt häufig die Frage auf: Lässt sich nach Kuba auswandern? Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen zum Thema Auswandern nach Kuba.

 

Einwanderungsbedingungen

Wer nach Kuba auswandern möchte, muss zunächst die rechtliche Hürde des Aufenthalts überwinden, denn als Tourist kann man sich maximal drei Monate auf der Insel aufhalten. Längere Aufenthalte sind möglich, etwa dann, wenn man sich als Student in einem Sprachkurs einschreibt. Studenten erhalten für die Dauer des Kurses eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. Die Kosten für den Sprachunterricht lassen sich bei der Mindestanzahl der Stunden recht gering halten.

Wer sich dauerhaft auf Kuba aufhalten möchte, hat zwei weitere Möglichkeiten. Die erste wäre ein Arbeitsverhältnis bei einem ausländischen Unternehmen aufzunehmen.

Die zweite Möglichkeit besteht darin eine Kubanerin oder einen Kubaner zu heiraten. Besteht eine Ehe mit einem Kubaner, kann eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden. Mit der sogenannten residencia permanente erhalten ausländische Staatsbürger die gleichen Rechte wie Kubaner. Dazu zählen etwa der Zugang zu subventionierten Lebensmitteln sowie zur kostenfreien Gesundheitsversorgung. Zudem können sich Ausländer mit der residencia permanente als Selbständige versuchen, Fahrzeuge und Immobilien erwerben (siehe unten).

Die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung ist jedoch nicht gerade preiswert. Für die Übersetzung der Dokumente und die Beantragung der residencia permanente entstehen Kosten in Höhe von etwa 1.500 Euro. Wer auf Kuba heiraten möchte, muss nochmal knapp 1.000 aufbringen.

Als Ausländer auf Kuba arbeiten

Möchte man als Ausländer auf Kuba arbeiten, empfiehlt es sich aus der Heimat auf eine Stelle bei einem internationalen Arbeitgeber zu bewerben. Aufgrund der begrenzten Anzahl internationaler Firmen ist dies erfahrungsgemäß kein einfaches Unterfangen. Auch ist in diesem Fall die Region meistens vorgegeben, denn fast alle potenziellen Arbeitgeber sind in der Hauptstadt Havanna oder einem der großen Reiseorte - meistens Varadero - angesiedelt.

Idealerweise sprechen Bewerber Spanisch und Englisch und haben zudem Kenntnisse entsprechend der Stellenanforderungen. Häufiger gibt es vakante Stellen in der Entwicklungshilfe und natürlich allem voran im Tourismussektor. Die Löhne hängen von der Qualifikation und vom Arbeitgeber ab. In Relation zu den Lebenshaltungskosten werden Stellen im Tourismus in der Regel jedoch nicht übermäßig vergütet. Arbeiten auf Kuba ist daher meistens eher etwas für Liebhaber der sozialistischen Insel, die reichlich Sonne und Traumstrände als zentrale Motivation betrachten.

Mit der residencia permanente können sich Ausländer auch selbständig machen. Die meisten Auswanderer betreiben eine Privatunterkunft (Casa Particluar) oder ein Restaurant. Wer unternehmerische Tätigkeiten ins Auge fasst, sollte jedoch die nicht unerhebliche Bürokratie und besonders die hohen Investitionskosten im Blick haben.

Hauskauf

Der Erwerb von Immobilien ist Ausländern nur dann gestattet, wenn sie über eine residencia permanente verfügen. Die Immobilienpreise in den guten Teilen Havannas und in den attraktiven Urlaubsregionen sind recht hoch. In der Hauptstadt bewegen sich die Preise in einem Bereich von 500 - 1000 € pro Quadratmeter. Eine 3-Zimmer-Wohnung kostet somit schnell 50.000 bis 100.000 Euro. Für Häuser in Varadero werden nicht selten mehr als 250.000 Euro aufgerufen. Im Falle einer Scheidung wird dem Ex-Partner grundsätzlich die Hälfte des Vermögens zugesprochen.

Wie teuer das Leben auf Kuba ist

Die Lebenshaltungskosten auf Kuba sind recht hoch. Importierte Lebensmittel (fast alles wird importiert) kosten in etwa das dreifache der europäischen Preise. Immerhin sind das meiste Obst und Gemüse jedoch deutlich preiswerter als hierzulande. Ob importiert oder lokal erzeugt, hinzu kommt, dass das Angebot äußerst beschränkt ist. Gleiches gilt für alle weiteren Konsumgüter.

Besonders sind Fahrzeuge extrem teuer. Wer bei dem häufig katastrophalen Personenverkehr mobil bleiben möchte, bekommt ab etwa 20.000 Euro einen fahrbaren Untersatz. Bei einem solchen Preis sollte man jedoch keinen Luxus erwarten. Autos in diesem Preisbereich sind nach heimischen Standards schrottreif.

Als Rentner nach Kuba auswandern

Rentner, die nach Kuba auswandern möchten, sollten zunächst die hohen Lebenshaltungskosten berücksichtigen. Recht vernünftig leben lässt sich mit etwa 1.000 Euro im Monat. Wer sparsam ist und auf vieles verzichten kann, kommt jedoch auch mit deutlich weniger über die Runden.

Besonders wichtig ist es, einen umfassenden Krankenversicherungsschutz sicherzustellen, denn Ausländer müssen spezielle Krankenhäuser besuchen, die alles andere als preiswert sind.

Wer nun denkt, dass er mit der residencia permanente Zugang zum kostenfreien kubanischen System hat und daher keine Versicherung bräuchte, der irrt leider. Bei ernsthaften Erkrankungen muss man unbedingt in eines der internationalen Krankenhäuser aufsuchen oder sich gleich besser im Ausland behandeln lassen. Nach westlichen Standards deckt der kubanische Schutz lediglich unbedeutende Erkrankungen ab.

Fazit

Auswandern nach Kuba ist kein einfaches Unterfangen und daher nur etwas für Abenteurer oder echte Liebhaber des Landes, die über reichlich finanzielle Mittel verfügen. Wer nur Sonne und Meer sucht, der hat es viel einfacher nach Spanien auszuwandern.

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