Sicherheit & Kriminalität

Aktualisiert: 12. Okt 2020

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Planung der Kubareise

Sicherheit & Kriminalität

Während in den meisten zentral- und südamerikanischen Ländern Mord und Totschlag zum Alltag gehört, können sich Touristen in Kuba nahezu ohne Bedenken und frei von Einschränkungen bewegen. Allerdings gilt auch in Kuba, dass Gelegenheit Diebe schafft und es recht häufig zu kleineren Tricksereien kommt. Was es beim Thema Sicherheit zu beachten gibt und wie man sich schützt, erfährt man in diesem Artikel.

Kuba ist nicht nur eines der sichersten Reiseländer Lateinamerikas, sondern eines der sichersten weltweit. Das Land ist praktisch frei von schwerer Kriminalität. Die vielfach fatale Spirale aus Drogen und Gewalt, die in anderen Ländern der Region leider zum traurigen Alltag zählt, spielt in Kuba keine Rolle.

Schwere Straftaten, wie etwa Überfälle, kommen praktisch nicht vor. Es machte Landesweit Schlagzeilen, als kürzlich in Havanna eine Tankstelle überfallen wurde. Ausdruck des Ausmaßes der Sicherheit ist etwa, dass nicht wenige kubanischen Polizisten keine Pistole tragen.

Schafft Sicherheit: Polizist auf Streife am Strand (Varadero 2020)

Viele Besucher aus Zentral- und Lateinamerika überrascht das Ausmaß an Sicherheit und auch bei Europäern werden nur in Ausnahmefällen Sicherheitsbedenken aufkommen. Die meisten Reisenden empfinden ihren gesamten Aufenthalt als absolut sicher. Aufgrund dieser Sicherheitslage empfiehlt sich Kuba auch besonders bei Reisen mit Kindern oder für Menschen die alleine unterwegs sind.

Die Wahrscheinlichkeit in Europa oder den USA bestohlen oder gar ausgeraubt zu werden, ist zweifelsfrei höher als in Kuba. Während es in europäischen Metropolen kriminalitätsbelastete Orte gibt, die Reisende besser meiden sollten, sorgt der kubanische Staat im ganzen Land für Recht und Ordnung. Ausländer können sich ohne Bedenken im gesamten Land zu allen Tages- und Nachtzeiten frei bewegen. Dies gilt auch in den zentralen Stadtteilen Havannas, auch dort können sich Reisende ohne Sicherheitsbedenken bewegen.

Gänzlich frei von Kriminalität ist Kuba jedoch freilich nicht. Wo vermeintlich wohlhabende Ausländer auf arme Menschen treffen, ist die Verlockung groß, sich doch zu einer Straftat hinreißen zu lassen. In sehr selten Einzelfällen kann es - besonders Nachts und in Havanna - dazu kommen, dass versucht wird Reisenden Wertgegenstände zu entreißen.

Solche schwereren Straftaten kommen jedoch so gut wie nie vor. Deutlich häufiger werden Reisende jedoch zu Opfern von Diebstahl oder Trickbetrug. Mit dem richtigen Verhalten lässt sich das Risiko Opfer einer solchen Tat zu werden jedoch erheblich reduzieren.

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Gelegenheit schafft Diebe

Wie überall, gilt auch im sozialistischen Kuba, dass Gelegenheit Diebe schafft. Verständlicherweise sollten Reisende deshalb keine falschen Anreize setzten und allgemeine Vorsichtsmaßnahme befolgen. Wie bei allen Reisen gilt, dass keine Wertgegenstände zur Schau gestellt werden sollten. Teuren Schmuck lässt man besser zu Hause. Ebenso empfiehlt es sich nicht, Wertsachen unbeaufsichtigt im Koffer, Hotelzimmer, Auto oder am Strand aufzubewahren. Wertgegenstände wie etwa Kameras oder Laptops sollten auch nicht arglos in Rucksäcken verstaut werden. Bei Bus- oder Flugreisen transportiert man Wertsachen besser im Handgepäck, dies gilt besonders auch für den Rückflug nach Europa.

Das Reisen mit größeren Bargeldbeständen sollten grundsätzlich vermieden werden. Nutzt man keine Kreditkarte (was unbedingt zu empfehlen ist), empfiehlt es sich, Bargeldbestände auf mehrere Stellen am Körper - nicht im Gepäck - zu verteilen.

Verfügt die Unterkunft über einen Safe, sollten Reisepässe und Wertsachen auch dort verwahrt werden. Grundsätzlich ist in Hotels die Wahrscheinlichkeit, dass Wertgegenstände abhandenkommen größer als in Privatunterkünften. Die Eigentümer der Privatunterkünfte sind äußerst um die Sicherheit ihrer Gäste bemüht, da im Falle von Problemen der Entzug der Lizenz droht.

Sorgt für Sicherheit: Policia Nacional Revolucionaria (Santa Marta 2020)

Besonders an vollen Stränden sollte man etwas auf seine Sache aufpassen und diese nicht unbedacht herumliegen lassen.

Fahrzeuge werden in der Regel tagsüber nicht aufgebrochen. Lässt man Wertgegenstände sichtbar in einem Fahrzeug liegen, kann es jedoch durchaus passieren, dass auch am Tag ein Wagen aufgebrochen wird. Grundsätzlich sollte man Leihwagen daher nur auf sicheren Parkplätzen abstellen. Sichere Parkplätze sind besonders über Nacht unerlässlich, denn es kann vorkommen, dass Teile des Fahrzeugs entwendet werden. In seltenen Fällen wurden Reisenden gar über Nacht die Reifen vom Mietwagen gestohlen.

Wichtige Dokumente (Pass & Führerschein) sollten in Kopie und unbedingt getrennt von den Originalen mitgeführt werden. Touristen müssen jederzeit in der Lage sein, sich auszuweisen. Erfahrungsgemäß wird man jedoch ohne besonderen Anlass nicht kontrolliert. Sollte man doch in eine Kontrolle kommen ist es erfahrungsgemäß ausreichend sich zunächst mit einer Kopie auszuweisen.

Vor Beginn der Reise, kann es nicht Schaden auf der Internetseite des Auswärtigen Amts die aktuellen Informationen zur aktuellen Sicherheitslage in Kuba zu prüfen.

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Kleine Betrügereien

Einige Kubaner haben teils sehr kreative Methoden entwickelt, um Ausländern etwas Geld aus der Urlaubskasse zu ziehen. An touristischen Orten gibt es Schlepper (sogenannte Jineteros), die in der Hoffnung eine kleine Provision zu erhalten, Übernachtungsmöglichkeiten, Taxis oder Sonstiges anbieten. In manchen Fällen wird versucht Reisende, die bereits eine Reservierung haben, zu überzeugen, dass diese nicht gültig wäre. Wer auf diese Masche reinfällt, wird zu einer anderen Unterkunft gebracht und der Schlepper kassiert eine Provision.

Vor Busstationen werden Reisende nicht selten angesprochen und erhalten die - nicht immer falsche - Auskunft, dass es in den Bussen keine verfügbaren Plätze mehr gäbe. Gutgläubigen Urlauber werden dann teure Taxifahrten aufgequatscht.

Auf der Straße - insbesondere in Havanna und Pinar del Rio - wird versucht Touristen Zigarren zu Verkaufen. Bei den angeblichen Qualitätswaren handelt es sich nahezu ausschließlich um Fälschungen.

Grundsätzlich gilt, dass die teilweise hochwertig anmutenden Schachteln und Gütesiegel gefälscht sind. Wer größere Mengen dieser Zigarren erwirbt, verliert häufig nicht nur Geld, sondern kann bei der Ausreise auch Probleme mit dem kubanischen Zoll bekommen.

Die Zigarren können durchaus eine akzeptable Qualität haben. Ebenso gut kann es jedoch vorkommen, dass alles möglich - bis zu Bananenblättern - in den Zigarren eingerollt ist. Wer über keine ausreichende Expertise zur Beurteilung der Qualität verfügt, erwirbt die Zigarren besser in einem offiziellen - staatlichen - Geschäft.

Wer in einer Casa Paricular Zigarren angeboten bekommt, muss ebenso davon ausgehen, dass die Produkte gefälscht sind. In vielen Fällen ist den Eigentümern gar nicht bewusst, dass es sich um Plagiate handelt. Die vermeintlichen Angaben über die Herkunft der Waren - von der befreundeten Mitarbeiterin direkt aus der Fabrik - trifft allzu häufig nicht zu.

Eine andere beliebte Masche ist der Bar- oder auch Salsa-Party-Trick. Hier wird versucht Ausländer in ein Lokal zu Schleppen, um dort Musik zu hören. Bevor man sich versieht werden auf Rechnung des Touristen teure Getränke bestellt. Wer auf die einmalige Chance hingewiesen wird an einer ganz besonderen Veranstaltung teilzunehmen, weiß was ihn mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet. Bei Getränken sollte man zudem besonders aufpassen. In seltenen Fällen wurden Urlauber mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt und ausgeraubt.

Teilweise wird unter dem Argument, dass kranken Familienangehörigen dringend Medikamente bräuchten, hilfsbereite Touristen überzeugt, vermeintlich teure Medikamente zu erwerben. Die meisten Medikamente werden in kubanischen Pesos verkauft und kosten in der Regel nur wenige Cent, da sie vom Staat hoch subventioniert werden. Medikamente zu Devisenpreisen (in CUC) gibt es lediglich in den internationalen Apotheken.

Besonders die wenig kreativen Ansprachen wie: "First time in Cuba?" oder "Happy Holliday, where are you from?" deuten bereits darauf hin, dass man es mit einem Jinetero zu tun hat. Häufig wird auch zunächst nach der Uhrzeit gefragt. Ziel der Kontaktaufnahme ist es immer die Ausländer zunächst in ein Gespräch zu verwickelt. Dann folgt der Hinweis auf eine besondere Salsa-Party, die Zigarren, die nette Cousine oder den kranken Familienangehörigen...

Grundsätzlich gilt: Wird man auf der Straße angesprochen, sollten bereits die Alarmglocken klingeln. Sicherlich gibt es viele Menschen, die einfach nur an einem Austausch mit Ausländern interessiert sind, jedoch zielen erfahrungsgemäß die meisten Ansprachen darauf ab, auf eine mehr oder weniger kreative Weise Profit zu machen

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Überhöhte Preise und falsches Wechselgeld

Die gängigste Methode, mit dem Kubaner Touristen das Geld aus der Tasche ziehen sind jedoch Tricksereien beim Bezahlen und beim Geldwechseln. In Geschäften werden überhöhte Preise verlangt oder falsches Wechselgeld geben. Um sich zu schützen, empfiehlt es sich grundsätzlich nur ausgezeichnete Waren zu erwerben. Sind die Preise nicht ausgezeichnet und eine Kassiererin beginnt im Supermarkt etwas manuell in die Kasse einzugeben, sollte man bereits misstrauisch werden. Ein weiteres Warnsignal ist, dass man keinen Kassenbon erhält. Zudem sollte man die Preise immer überschlagen und prüfen, ob der geforderte Preis plausibel ist.

Teilweise werden anstatt kubanischer Peso auch einfach CUC verlangt, was den Preis um das 24-Fache erhöht. In Restaurants kann es vorkommen, dass es zwei Karten gibt. Ausländer erhalten eine Karte mit überteuerten Angeboten. Was ein Essen in etwa kosten sollte, erfährt man im entsprechenden Artikel.

Beim Wechselgeld ist nicht nur darauf zu achten, dass der Betrag stimmt, sondern auch, ob man die richtige Währung erhält. Häufig werden anstelle der CUC, kubanische Peso herausgegeben. Daher sollte man sich mit den unterschiedlichen Währungen vertraut machen. Reklamiert man einen solchen "Irrtum", bekommt man sein Geld in der Regel anstandslos zurück.

Dort wo viele Touristen sind, ist die Gefahr Opfer dieser kreativer Betrügerei zu werden besonders hoch. Das gilt auch in Hotels oder am Flughafen.

Gelassen bleiben

Bei all den Tricksereien sollte man nicht vergessen, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Kubaner relativ arm ist. Obwohl der kubanische Staat für Gesundheit, Bildung und die Grundbedürfnisse sorgt, reichen die staatlichen Löhne kaum zum Leben, sodass kleine Betrügereien zur Finanzierung des Lebensunterhalts schon fast unumgänglich sind. Wer nicht irgendwo stiehlt, schafft es kaum über die Runden. Die Tricksereien sind also systemischer Natur und stehen ganz in der sozialistischen Tradition.

Um so wichtiger ist es, dort wo man ordentlich behandelt wird, etwas Trinkgeld zu geben. So handhaben es auch die wohlhabenderen Kubaner. Lässt man an der einen oder anderen Stelle wenige Cent, belastet dies das Reisebudget nur wenig. Den Menschen hilft das Trinkgeld in der Summe jedoch etwas und fördert zudem die Ehrlichkeit.

Letztlich unterstützt man nicht nur die Menschen, sondern auch den Sozialismus. Wo und wie viel Trinkgeld man üblicherweise gibt, erfährt man im entsprechende Abschnitt im Artikel zum Thema Geld & Währung.

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Bettler

In Kuba muss man sich wenig Sorgen machen, häufig oder aufdringlich angebettelt zu werden. Während wir in Europa organisierte Bettlerbanden haben, kommt es in Kuba nur in seltenen Einzelfällen vor, dass man um Geld gebeten wird. In den meisten Fällen sind Bettler alkoholkrank.

In seltenen Fällen fragen jedoch auch Menschen nach einer kleinen Zuwendung, die über sehr wenig finanzielle Mittel verfügen. Dies sind häufig älter Menschen ohne Familien, die nicht in staatliche Altenheime umziehen möchten und leider häufig in extremer Armut leben. Die wenigsten dieser Menschen betteln, meistens lassen sie sich dabei beobachten wie sie Mülltonnen nach Verwertbaren durchsuchen.

Wer helfen möchte, kann dies bereits mit wenigen Cent oder Euro. Solidarität für bedürftige Menschen ist auch unter Kubaner verbreitet. Häufig werden Bedürftigen zumindest durch kostenlose Lebensmittel geholfen. Wer Menschen und Kuba als ganzes unterstützen möchte, bringt am besten Geschenke oder Spenden aus der Heimat mit.

Wie vielfach berichtet wird, trifft es zu, dass Kindern betteln verboten ist. Das Verbot sollte man nicht zu ernst nehmen. Kein Kind wird Probleme bekommen, wenn es einen Erwachsenen nach einem "Peso" fragt, was in seltenen Fällen vorkommt. Gibt man wenige Cent, ist das Kind glücklich und kauft sich ein Eis oder eine andere Süßigkeit. Kinder, die systematisch zum Betteln instrumentalisiert werden, gibt es auf Kuba keine.

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Prostitution

Wie in jedem Land gibt es auch auf Kuba Prostitution. Im Gegensatz zu anderen Staaten in der Karibik ist diese in Kuba jedoch illegal. Ausländer - alleinreisende Männer - werden dennoch nicht selten mit Prostitution konfrontiert werden. In der Nähe größerer Hotels und in Nachtclubs offerieren Frauen ihre Gesellschaft.

Eine weiche Form der Prostitution wird toleriert und ist auch unter Kubanern verbreitet. Offensichtlich ist, dass nicht wenige ausländische Rentner - viele Kanadier - längere Partnerschaften mit Kubanerinnen pflegen. Im Austausch gegen ihre Gesellschaft erhalten die Novias (Freundinnen)  finanzielle oder materielle Zuwendungen, die das nicht selten karge Leben vor Ort etwas erträglicher machen.

"Jineterismo": Anbahnungsversuche am Strand (Kuba 2019)

Entgegen der staatlichen Toleranz muss in allzu evidenten Konstellationen - typischerweise Ausländer mit farbiger, mehrere Jahrzehnte jüngerer Begleitung - damit gerechnet werden, dass die Polizei die Frau befragt und in seltenen Fällen auch festsetzt. Bei Wiederholungstaten drohen den Frauen Gefängnisstrafen.

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Selber kriminell werden

Grundsätzlich werden Touristen von der Polizei weitestgehend in Ruhe gelassen, man sollte diese Nachsicht jedoch nicht überdehnen. Unbedingt ist sich von Drogen jeder Art fernzuhalten. Bereits der Konsum weicher Drogen - wie Marihuana - wird mit drakonischen Strafen geahndet. An Flughäfen wird unter anderem mit Drogenspürhunden das Gepäck geprüft. Ebenso ist im Straßenverkehr Alkohol ein absolutes Tabu. Bei kleineren Verstößen sind Strafzettel zu erwarten, ganz sicher möchten man nicht in einem kubanischen Gefängnis enden.

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Verhalten im Notfall

Bei Notfällen informiert man zunächst die kubanische Polizei. Diese ist grundsätzlich bemüht Touristen eine sichere Reise zu ermöglichen. In der Regel lässt sich davon ausgehen, dass die Polizei vertrauenswürdig ist. Zwar drücken viele kubanische Polizisten bei kleineren Verstöße für ein paar CUC gerne beide Augen zu, doch bei Diebstählen und schweren Verstößen haben sie keine Nachsicht. Wer in Not gerät, sollte folglich nicht zögern die Polizei zu kontaktieren. Dies gilt auch dann, wenn man sich in irgend einer Art und Weise belästigt fühlt. In Kuba ist es verboten Touristen zu belästigen. In den meisten Fällen schafft bereits die Drohung die Polizei zu rufen Abhilfe.

Bei erheblichen Vorfällen wendet man sich zudem sicherheitshalber an die Vertretung des Heimatlandes. Die Schweiz, Österreich und auch Deutschland unterhalten Vertretungen in Havanna.

Deutsche Botschaft
Calle 13, No. 652,
Esquina B,
Vedado, La Habana
Tel: (+53) 7 833 24 60

Österreichische Botschaft
Avenida 5ta A No. 6617
esq. a calle 70
Miramar, La Habana.
Tel: (+53) 7204 28 25

Schweizer Botschaft
5ta Avenida no. 2005
entre 20 y 22
Miramar, La Habana
Tel: (+53) 7 204 26 11

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